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Die Nationalhymne der Deutschen Demokratischen Republik.

DDR-Nationalhymne - Foto-Quelle: Deutsches Historisches Museum
Wilhelm Pieck (damals wohnhaft in Berlin Viktoriastraße 12/13, schräg gegenüber von J.R.B.) an Johannes R. Becher (damals Viktoriastraße 21) am 10. Oktober 1949:

Lieber Freund Becher

Mir ist in dieser Nacht, wo ich vor neuralgischen Schmerzen nicht schlafen konnte, folgender Gedanke über eine Hymne der Republik gekommen:

Die Hymne sollte drei Verse mit je einem Refrain enthalten.

Der 1. Vers sollte die Demokratie in Verbindung mit der Kultur haben.

Der 2. Vers die Arbeit in Verbindung mit dem Wohlstand des Volkes.

Der 3. Vers die Freundschaft mit den Völkern in Verbindung mit dem Frieden.

Der Refrain sollte die Einheit Deutschlands zum Inhalt haben. Überlege Dir einmal diesen Gedanken. Wenn Du einen besseren hast umso besser.

Mit den besten Grüßen


Bechers Textvorschlag wird am 12.10.1949 an Ottmar Gerster gegeben, der am 23.10.1949 die Fertigstellung einer Melodie vermeldet. Etwa zur selben Zeit weilt Becher mit Hanns Eisler in Warschau. Eisler spielt Becher während eines privaten Besuches eine Melodie vor. Text (Becher) und Melodie (Eisler) werden neben der Melodie (Gerster) zum ersten Textvorschlag am 05.11.1949 dem Politbüro vorgespielt. Das Politbüro und dann der Ministerrat entscheiden sich für die Hymne Eisler/Becher. Am 06.11.1949 wird ein Vorabdruck der Hymne hergestellt und diese das erste Mal in der Deutschen Staatsoper anläßlich des 32. Jahrestages der Oktoberrevolution gespielt.

Text: Johannes R. Becher
Musik: Hanns Eisler

1. Auferstanden aus Ruinen
Und der Zukunft zugewandt,
Laß uns dir zum Guten dienen,
Deutschland, einig Vaterland.
Alte Not gilt es zu zwingen,
Und wir zwingen sie vereint,
Denn es muß uns doch gelingen,
Daß die Sonne schön wie nie
|: Über Deutschland scheint. :|

2. Glück und Frieden sei beschieden
Deutschland, unserm Vaterland.
Alle Welt sehnt sich nach Frieden,
Reicht den Völkern eure Hand.
Wenn wir brüderlich uns einen,
Schlagen wird des Volkes Feind!
Laßt das Licht des Friedens scheinen,
Daß nie eine Mutter mehr
|: Ihren Sohn beweint. :|

3. Laßt uns pflügen, laßt uns bauen,
Lernt und schafft wie nie zuvor,
Und der eignen Kraft vertrauend,
Steigt ein frei Geschlecht empor.
Deutsche Jugend, bestes Streben,
Unsres Volks in dir vereint,
Wirst du Deutschland neues Leben,
Und die Sonne schön wie nie
|: Über Deutschland scheint. :|


Hören Sie sich die Nationalhymne an!

Instrumentalversion

Vokalversion (auf dem Server des Deutschen Historischen Museums)
: Musik


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Aktuelle Kommentare
  • T. Neumann meinte:
    Schön zu lesen, das es noch Menschen gibt, die sich nicht in die von den Medien...
  • Janek Liebetrut... meinte:
    Wir würden das Lied gern in eine Theaterinszenierung einbauen. Weiß jemand wo oder...
  • Townsville meinte:
    So ein Blödsinn. Ich zitiere Mal Amthor zum Thema Gauck und Stasi: „...es war...
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    Ich entschuldige mich hiermit dafür, daß ich nie etwas mit der Stasi zu tun hatte,...
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    Auch von mir noch ein Kommentar zur Suizidstatistik: ein wissenschaftlich schwierig...
  • Frank meinte:
    @ Dettlev Dem was Du an kritischen Betrachtungen der DDR anführst, wäre sicher...
  • Menon meinte:
    Von welcher "innerdeutschen Grenze" faseln Sie da nur? Falls Sie damit die...
  • Ronny meinte:
    Was 1989 mit der DDR passiert ist kann man mit "Besatzermentalität"...
  • Uschi meinte:
    Also doch Zensur? Falls Sie es doch veröffentlichen eine kurze Sammlung von Fakten...
  • Joachim Dietric... meinte:
    Ich bin fast so alt wie die DDR und habe daher an die 40 Jahre dort gelebt....

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