| Hermann Axen | |
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1916-1992
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| Aus den autobiographischen
Erinnerungen Hermann Axens. "Bei der Entlassung aus Buchenwald hatte ich einen Anzug bekommen, der mir zwar paßte, aber eingenähte Streifen hatte. Solche Anzüge bekamen Häftlinge, wenn sie von den Nazis als Zeugen zu Gerichtsprozessen mußten oder wenn sie unter Aufsicht an Begräbnissen von Angehörigen teilnehmen durften. Den Anzug trug ich noch, als ich in Dresden Ministerialrat geworden war, bis Jennz, die Frau von Hermann Matern, veranlaßte, daß ich einen neuen Anzug bekam. Sie meinte, so könnte ich nicht mehr herumlaufen. In Leipzig wurde ich gleich Mitglied eines antifaschistischen Beirates, der bei dem ersten amerikanischen Stadtkommandanten von Leipzig, einem Oberstleutnant, gebildet wurde und aus 11 Leuten bestand. Zu gleicher Zeit haben wir bereits Parteiarbeit geleistet, doch waren Parteien offiziell noch nicht zugelassen. Wir nannten uns "Buchenwalder". Als Leiter fungierte Harry Kuhn, Rudi Jahn, Kurt Roßberg und ich selbst. Hinzu kamen Genossen aus anderen Lagern und aus Zuchthäusern. Stefan Heymann kam aus Monowitz (Monowicze), einem Zweiglager von Auschwitz. Es dauerte aber nicht lange, bis die amerikanischen von den sowejtischen Besatzungstruppen abgelöst wurden. Als die Sowjettruppen kamen, hatten wir überall in Leipzig Plakate mit der Aufschrift "Wir grüßen die Rote Armee" angebracht. Das geschah im Namen von 16 Antifaschisten – Rückkehrer aus den Konzentrationslagern und Zuchthäusern und andere, die illegal gearbeitet hatten usw. In Leipzig gabe es auch noch Überlebende aus der Gruppe von Georg Schumann. Auf dem Plakat waren alle Namen aufgeführt; hinter meinem Namen stand "Jungarbeiter", immerhin war ich erst 29 Jahre alt. Nachdem die sowjetischen Truppen eingerückt waren, wurde ich dem Kommandanten von Leipzig, General Trofanow und Oberst Moroswo, dem Politoffizier, vorgestellt. (…) Ich wurde Stadtdirektor beim Stadtrat für Arbeit und Soziales und saß im Rathaus. Stadtrat war Paul Kloß, ein alter Genosse, der viele Jahre im Zuchthaus gesessen und dann in Leipzig überlebt hatte. Meine Funktion war die des Leiters bzw. Vorsitzenden des Stadtjugendausschusses. Denn es entsprach einer Empfehlung von Shukow, antifaschisitsche Jugendausschüsse zu bilden. Über Harry Kuhn bekamen wir die Orientierung der Partei, nicht sofort einen Jugendverband zu gründen; erst müsse die Frage der Parteigründungen geklärt werden. Es kam darauf an, die Zusammensetzung dieser Ausschüsse sehr breit zu gewährleisten."
AXEN, Hermann: Ich war ein Diener der Partei. Autobiographische Gespräche mit Harald Neubert. Berlin 1996, in: Judt, Matthias (Hrsg.), DDR-Geschichte in Dokumenten aus der Reihe Forschungen zur DDR-Gesellschaft, Verlag Ch. Links, Berlin, 1. Auflage 1997. |
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Hermann Axen über die deutschlandpoltische Problematik im Jahre 1953 (Neues Deutschland vom 25. Juni 1993): Hier klicken. |
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