Günther Kleiber – vom
Elektriker zum Partner Günter Mittags
Berlin, 06.09.2000 (AP) Der
Arbeitersohn Günther Kleiber, den der Berliner Regierende Bürgermeister
Eberhard Diepgen am Mittwoch in Berlin begnadigte, hat sich vom
Elektriker zum Minister hochgearbeitet und galt neben Günter
Mittag als der Wirtschaftslenker in der DDR. Er wurde am 16.
September 1931 im sächsischen Eula geboren, 1949 trat er in die
SED ein. Der Diplom-Ingenieur war in der DDR-Regierung zunächst
für Maschinen- und Fahrzeugbau zuständig, was dem Ruf solcher
DDR-Produkte auf den Weltmärkten zugute kam. Später kam auch
die Mikroelektronik in seinen Zuständigkeitsbereich.
Der heute 69-Jährige stieg 1984
ins SED-Politbüro
auf und wurde zwei Jahre später ständiger Vertreter beim
osteuropäischen Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW).
Kleiber trat mit Politbüro und Ministerrat in der Wendezeit zurück.
Ein Ermittlungsverfahren wegen Korruption und Amtsmissbrauch
wurde 1990 eingestellt. 1997 verurteilte ihn das Landgericht
Berlin wegen der Mitverantwortung für die Todesschüsse an der
innerdeutschen Grenze zu drei Jahren Haft, die er zur
Jahreswende antrat, nachdem das Urteil im November 1999
Rechtskraft erlangt hatte.
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