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geb. 1927, gest. 1995
- Geboren am 28.03.1927 in
Heinrichswalde (Kreis Ueckermünde), Vater Arbeiter
- Volksschule
- 1941-43 Ausbildung zum Bauschlosser
- 1943/44 Reichsarbeitsdienst
- 1944/45 Kriegsmarine, Mai-November
1945 Internierung in Flensburg
- 1945-48 Schlosser
- 1945 KPD, FDGB, 1946 SED, bis 1948
ehrenamtliche Gewerkschaftsarbeit, u.a. Ortsvertrauensmann der IG
Metall, Betriebsrat
- 1948-53 hauptamtlicher
Gewerkschaftsfunktionär
- 1948-50 2. bzw. 1. Kreisvorsitzender
des FDGB in Ueckermünde
- 1950-52 Landesvorsitzender der IG
Metall in Mecklenburg
- 1952/53 stellvertretender
Bezirksvorsitzender des FDGB Rostock
- 1950-52 Abgeordneter des Landtags
von Mecklenburg
- 1953-55 Parteihochschule,
Diplom-Gesellschaftswissenschaftler
- 1955-59 Sekretär für Wirtschaft in
der Bezirksleitung Rostock der SED
- 1952-54 u. 1958-75 Abgeordneter des
Bezirkstags Rostock
- 1959-61 Vorsitzender des Rats des
Bezirks Rostock
- 1961-75 1. Sekretär der
SED-Bezirksleitung Rostock
- 1963 Abgeordneter der Volkskammer
- 1963 Kandidat des ZK
- 1971-75 Mitglied des ZK
- 1971 Kandidat des Politbüros
- 1975 Mitglied des Politbüros
- 26. April 1975: Tisch folgt dem am 26.03.
verstorbenen Herbert Warnke als Vorsitzender des Bundesvorstandes des FDGB
gewählt und bleibt dies bis 1989
- 1975 Mitglied des Staatsrats und
Mitglied des Präsidiums des Nationalrats der Nationalen
Front
- 1975 Mitglied des Büros des
Generalrats des Weltgewerkschaftsbunds
- 02.11.1989: Tisch tritt von seinem Posten als
Vorsitzender des FDGB zurück
- 8.11.1989 Rücktritt mit dem Politbüro
des ZK der SED
- 17.11.1989 vom Amt als Mitglied des
Staatsrats entbunden
- 29.11.1989 Ausschluß aus dem FDGB
- 2.12.1989 Generalstaatsanwalt
erwirkt Haftbefehl
- 03.12.1989: Harry Tisch, Erich Honecker, Willi
Stoph, Günter Mittag, Alexander
Schalck-Golodkowski und andere werden wegen
"schwerer Verstöße gegen das Statut der
SED" aus der Partei ausgeschlossen
- 21.2.1990 Freilassung
- 20.7.1990 wieder Festnahme
- 29.1.1991 Prozeßbeginn
- 16.5.1991 Haftverschonung
- 6.6.1991 Urteil, 18 Monate Haft
wegen Untreue, nach Anrechnung der U-Haft u. Aussetzung der Haft
freigelassen
- 09.01.1995: Anklage gegen H. Tisch und andere
durch die Berliner Generalstaatsanwaltschaft
wegen mehrfachen gemeinschaftlichen Totschalgs an
der innerdeutschen Grenze
- 18.06.1995: Tisch stirbt in Berlin
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Der frühere Chef der DDR-Gewerkschaft FDGB, Harry
Tisch, ist tot. Wie ein Mitglied seiner Familie bestätigte, starb der
68jährige heute mittag in seiner
Wohnung in Berlin an Herzversagen. Tisch stand seit 1975
an der Spitze des FDGB. Die Organisation zählte
zeitweilig fast 10 Mio Mitglieder. Sie diente vor allem
dazu, die Volkswirtschaftspläne des SED-Politbueros zu erfüllen. Dem
Politbüro gehörte Harry Tisch von 1975
bis zur Wende im Jahr 1989 an. Im Juni 1991 wurde Harry
Tisch vom Berliner Landgericht wegen Veruntreuung von
Gewerkschaftsgeldern zu einer Freiheitsstrafe von 18
Monaten verurteilt.
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